„Das Wissen“ ist ein bemerkenswertes, von der Malerei des 18. und 19. Jahrhunderts inspiriertes Gemälde (1,50 × 1,20), Öl auf Leinwand. Es lässt sich als gegenständlich beschreiben. Emotional aufgeladene Kinderfiguren verleihen dem Bild stellenweise einen geheimnisvollen, dramatischen Glanz. Ein Bezugspunkt ist der herausragende italienische Meister Caravaggio, einer der großen Begründer der Barockmalerei. Der Maler setzte die Ölfarben und Materialien so ein, dass eine Plastizität der Figuren vermieden wird; sie wirken letztlich realistisch, erdverbunden und unmittelbar. Beim Betrachten scheinen die Kinderfiguren auf den Betrachter zuzukommen, ihre Energie breitet sich im Raum aus. Das „Wissen“ hingegen bleibt als Idee eine traumhafte, imaginäre, ätherische und zugleich erhabene Gestalt. Durch seine große, kompositorisch ungleichgewichtige Erscheinung verweist es spontan und assoziativ auf seine Macht, seine Symbolik und seine Transzendenz – allegorisch als Gottheit im Klassenzimmer. Die kleiner dargestellte Lehrkraft vermittelt Nähe zu den Kindern und verbindet so Wirklichkeit mit Transzendenz in der natürlichen Symbolik der Verwandlung.